Wenn sich in unserem Alltag immer wieder dieselben Lebensmuster wiederholen – warum eigentlich?
Aktualisiert: vor 7 Tagen
Wiederkehrende Konflikte, Beziehungsmuster und Entscheidungen: Was hinter dem Gefühl stecken kann, immer wieder am gleichen Punkt zu landen, sind es oft Verstrickungen. Aufstellungsarbeit macht sie sichtbar.
Manchmal gibt es Situationen, bei denen wir uns irgendwann fragen:
„Warum passiert mir das immer wieder?“
Wir lernen jemanden kennen und erleben nach einiger Zeit denselben Konflikt wie in einer früheren Beziehung. Wir wechseln den Arbeitsplatz und geraten erneut in eine ähnliche schwierige Dynamik. Wir nehmen uns vor, beim nächsten Mal früher Grenzen zu setzen – und stellen später fest, dass wir wieder zu viel Verantwortung übernommen haben. Oder wir stehen immer wieder vor Entscheidungen, bei denen wir uns schwer tun, obwohl wir eigentlich genau wissen, was wir wollen.
Es ist ein eigenartiges Gefühl. Denn eigentlich haben wir doch dazugelernt. Wir sind älter geworden. Wir haben Erfahrungen gesammelt. Wir haben über uns nachgedacht. Und trotzdem scheint sich etwas zu wiederholen.
Nicht unbedingt die Situation selbst. Aber das Muster dahinter.
Warum wir unsere eigenen Muster so schwer erkennen
Wenn wir mitten in einer Situation stehen, sehen wir vor allem das, was gerade passiert.
Wir sehen den Menschen, mit dem wir einen Konflikt haben.
Wir sehen die Entscheidung, die vor uns liegt.
Wir sehen die Anforderungen im Beruf.
Wir sehen unsere eigenen Gefühle.
Was wir dagegen häufig nicht sehen, ist das gesamte Beziehungs- oder Wirkungsgefüge, in dem wir uns bewegen. Wir sind Teil unseres eigenen Systems.
Und genau deshalb ist es so schwierig, es von aussen zu betrachten.
Ein Mensch, der immer wieder zu viel Verantwortung übernimmt, denkt vielleicht:
„Ich bin eben zuverlässig.“
Jemand, der Konflikten immer wieder ausweicht:
„Ich möchte einfach keinen Streit.“
Und jemand, der sich immer wieder für die Bedürfnisse anderer zurückstellt:
„Für mich ist das nicht so wichtig.“
Alles kann seine Berechtigung haben. Doch manchmal lohnt sich die Frage: Was steckt eigentlich hinter meinem Verhalten?
Wir handeln nicht immer so frei, wie wir glauben
Wir treffen jeden Tag unzählige Entscheidungen.
Was wir sagen.
Wem wir vertrauen.
Wann wir Grenzen setzen.
Welche Verantwortung wir übernehmen.
Welchen Weg wir beruflich einschlagen.
Und doch entstehen viele unserer Reaktionen nicht erst in der aktuellen Situation.
Unsere Geschichte begleitet uns.
Die Familie, in der wir aufgewachsen sind.
Erfahrungen aus der Kindheit.
Beziehungen.
Erwartungen.
Rollen, die wir früh übernommen haben.
Sätze, die wir immer wieder gehört haben.
Vielleicht haben wir gelernt, stark zu sein.
Vielleicht, niemanden zu enttäuschen.
Vielleicht, Harmonie zu bewahren.
Vielleicht, für andere da zu sein.
Solche Muster müssen nicht schlecht sein.
Im Gegenteil: Viele von ihnen haben uns einmal geholfen.
Doch eine Strategie, die früher sinnvoll war, muss nicht für jede spätere Lebensphase die richtige bleiben.
Wenn eine alte Lösung heute zum Problem wird
Stell dir einen Menschen vor, der als Kind früh gelernt hat, Verantwortung zu übernehmen.
Er hat vielleicht erlebt, dass es einfacher war, selbst zu handeln, als andere um Hilfe zu bitten.
Er wird zuverlässig.
Selbstständig.
Belastbar.
Im Beruf wird genau das zu einer Stärke.
Er bekommt Verantwortung, steigt auf und wird geschätzt.
Doch irgendwann verändert sich die Situation.
Er ist ständig für andere da.
Er kann kaum delegieren.
Er fühlt sich verantwortlich, wenn etwas nicht funktioniert.
Und obwohl er erfolgreich ist, wird das Leben zunehmend anstrengend.
Die Stärke ist geblieben. Aber die alte Strategie passt nicht mehr vollständig zum heutigen Leben.
Das ist ein Beispiel dafür, wie ein Muster gleichzeitig Ressource und Belastung sein kann.
Manchmal hilft es, das eigene Thema sichtbar zu machen
Genau hier kann Aufstellungsarbeit in Glarus interessant werden.
Eine Aufstellung betrachtet ein persönliches Anliegen nicht nur im Gespräch.
Ein Thema wird räumlich dargestellt.
Menschen, Beziehungen, Positionen oder andere Elemente des Anliegens können im Raum sichtbar gemacht werden.
Dadurch entsteht eine Perspektive, die wir im normalen Gespräch häufig nicht haben.
Plötzlich lässt sich wahrnehmen:
Wer steht eigentlich wo?
Wer ist wem zugewandt?
Wo entsteht Nähe?
Wo entsteht Distanz?
Was fühlt sich stimmig an?
Und was wirkt überraschend schwer?
Dabei geht es nicht darum, eine vermeintlich „richtige“ Antwort zu produzieren.
Es geht darum, wahrzunehmen, was sichtbar wird.
Eine Aufstellung muss nicht das ganze Familiensystem abbilden
Wenn Menschen den Begriff Aufstellungsarbeit hören, denken viele an eine klassische Familienaufstellung mit zahlreichen Familienmitgliedern, mehreren Generationen und Ahnenlinien.
Das ist eine Form der Aufstellungsarbeit.
Bei unseren Aufstellungsabenden in Glarus arbeiten wir bewusst anders.
Wir halten die Aufstellungen kompakt und fokussiert.
Wir führen keine mehrstündigen klassischen Familienaufstellungen mit einer vollständigen Darstellung des Familiensystems über mehrere Generationen durch.
Stattdessen konzentrieren wir uns auf ein konkretes Anliegen und auf die Elemente, die für dieses Anliegen wesentlich sind.
Das kann eine Beziehung sein.
Ein Konflikt.
Eine berufliche Situation.
Eine Entscheidung.
Ein persönlicher Übergang.
Oder ein Muster, das sich immer wieder zeigt.
Weniger Elemente – mehr Fokus auf das, was dich heute beschäftigt.
Muss eine Aufstellung sofort eine Lösung bringen?
Nein.
Und genau das ist wichtig.
Eine Aufstellung ist kein Versprechen, dass nach 45 Minuten plötzlich jedes Problem verschwunden ist.
Manchmal entsteht eine klare Erkenntnis.
Manchmal verändert sich die eigene Sichtweise.
Manchmal wird eine Frage erst richtig sichtbar.
Und manchmal braucht das, was während einer Aufstellung sichtbar geworden ist, einfach Zeit.
Eine Aufstellung kann deshalb ein Impuls sein.
Ein Perspektivenwechsel.
Ein erster Schritt.
Vielleicht ist genau das manchmal wertvoller als eine schnelle Antwort.
Was, wenn das Muster gar nicht bei mir beginnt?
Diese Frage kann besonders interessant sein.
Manche unserer Verhaltensweisen und inneren Überzeugungen haben eine längere Geschichte, als wir zunächst vermuten.
Wir können beispielsweise ein starkes Verantwortungsgefühl haben, ohne genau zu wissen, woher es kommt.
Wir können Schwierigkeiten damit haben, unseren eigenen Platz einzunehmen.
Oder wir können immer wieder versuchen, zwischen anderen Menschen zu vermitteln.
Eine Aufstellung kann dabei helfen, solche Zusammenhänge nicht nur zu erklären, sondern einmal sichtbar zu erleben.
Dabei geht es nicht darum, Schuldige zu suchen.
Im Gegenteil.
Es geht darum, Zusammenhänge mit etwas mehr Abstand zu betrachten.
Vielleicht ist die entscheidende Frage eine andere
Wenn sich etwas in unserem Leben wiederholt, fragen wir häufig:
„Was mache ich falsch?“
Vielleicht wäre eine andere Frage hilfreicher:
„Was versucht dieses Muster für mich zu lösen?“
Denn viele Muster sind nicht einfach sinnlos.
Sie hatten irgendwann eine Funktion.
Sie haben uns geschützt.
Sie haben Zugehörigkeit ermöglicht.
Sie haben uns geholfen, mit einer schwierigen Situation umzugehen.
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht unbedingt:
„Wie werde ich dieses Muster los?“
Sondern:
„Brauche ich es heute noch auf dieselbe Weise?“
Aufstellungsarbeit in Glarus
Bei Bergsicht-Seminare in Glarus bieten wir regelmässige Aufstellungsabende in Glarus an.
Der Rahmen ist bewusst klein und persönlich.
Pro Abend gibt es maximal zwei ausführliche eigene Aufstellungen, jeweils etwa 45 - 60 Minuten. Zusätzlich besteht – je nach Zeit – die Möglichkeit, kurze persönliche Anliegen der Teilnehmenden aufzugreifen.
Du musst dabei nicht zwingend ein eigenes Anliegen mitbringen.
Auch als Stellvertreterin oder Stellvertreter kannst du teilnehmen und die Aufstellungsarbeit zunächst kennenlernen.
Mehr erfahren
Erfahre mehr unter folgendem Link Aufstellungsarbeit in Glarus – Bergsicht-Seminare. Wir freuen uns auf deine Kontaktaufnahme und heissen dich unserem Kreis willkommen.
Vielleicht beginnt Veränderung mit einer anderen Perspektive, wenn sich Lebensmuster wiederholen
Wir können unser Leben nicht immer von aussen betrachten.
Aber wir können uns einen Moment Zeit nehmen, Abstand gewinnen und neugierig auf das schauen, was sich wiederholt.
Vielleicht findest du dabei keine fertige Antwort.
Vielleicht findest du aber eine neue Frage.
Und manchmal ist genau das der Anfang von Veränderung.
Was würde sich in deinem Leben verändern, wenn du dein Thema einmal nicht nur mit dem Kopf, sondern aus einer anderen Perspektive betrachten würdest?
Wenn sich Lebensmuster wiederholen, kann Aufstellungsarbeit in Glarus helfen, neue Perspektiven zu gewinnen.

Möchtest du ein Thema genauer verstehen?
Manchmal wiederholen sich bestimmte Situationen, obwohl wir uns Veränderung wünschen. Die Aufstellungsarbeit kann dabei helfen, Zusammenhänge aus einer neuen Perspektive zu betrachten und eigene nächste Schritte zu erkennen.
Bei Bergsicht in Glarus schaffen wir einen ruhigen Rahmen, um ein persönliches Anliegen sichtbar zu machen.
Mehr über die Aufstellungsarbeit und die nächsten Termine erfährst du hier:
Manchmal braucht es Abstand, um wieder klar zu sehen.
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